LÜFTUNGSKONZEPT

EXPERTENTIPPS | Lüftungskonzept individuell planen

 
 

 

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Lüftungskonzept individuell planen

Die Zielstellungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) haben nicht nur höhere Anforderungen an die Gebäudedämmung zur Folge. Auch die Gebäudelüftung ist damit stärker in den Fokus der allgemeinen Diskussion gerückt. Wie Dipl.-Ing. Marc Förderer, Bauherrenberater des Bauherren-Schutzbund e.V., hervorhebt, müssen Gebäude grundsätzlich eine innere luftdichte Bauteilebene nach DIN 4108-7 aufweisen. Dadurch werde die „Lüftung durch Infiltration“ weitgehend unterbunden. Darunter sei technisch der Luftaustausch zum Beispiel durch ungeplante Fugen an Fenstern oder Leckagen in der Gebäudehülle zu verstehen. Die EnEV fordere aber auch die Sicherstellung eines erforderlichen Mindestluftwechsels zum Schutz der Gesundheit. „Damit sind hygienische Mindestanforderungen an die Raumluft gemeint. Schadstoffe, ein zu hoher CO2-Wert oder Gerüche müssen reduziert bzw. ausgetauscht werden“, erläutert der BSB-Experte. Wichtig sei darüber hinaus auch, dass die durch die unterschiedliche Nutzung der Räume entstehende Feuchtigkeit schadensfrei abgeführt wird.  „Atmung, Kochen, Duschen sind nur einige Stichworte“, so Förderer. Besonders bei Neubauten sei darüber hinaus zu beachten, dass sich noch Restfeuchte in den Baustoffen befindet. „Erhöhte Feuchtigkeit in den Räumen gehört zu den häufigtsen Ursachen für Schimmelbildung. Richtiges Lüften wirkt dem entgegen“, so der BSB-Bauherrenberater. Die mit dem Lüftungskonzept verbundenen Ziele und Erfordernisse gelte es, realistisch auf den konkreten Nutzen hin zu beurteilen und vor allem fachgerecht zu planen. Es müsse nicht immer die „große“ Lüftungslösung von der Stange sein, die zum gewünschten Ziel führt. „Oft sind es individuelle Lösungen mit einfachen Komponenten, die genauso zielführend und erfolgreich sein können. Auch eine klassische Fensterlüftung kann selbstverständlich weiterhin ausreichend sein“, so der Rat von Bauherrenberater Förderer.

Quelle: Bauherren-Schutzbund e.V.